Tag Archives: Südtangente

Mehringplatz

Mehringplatz
Komplettes Motiv

 
 

Wie viele Brüche verträgt eine Stadt? Der heutige Mehringplatz war bis 1945 nach der Schlacht von Waterloo benannt und gleich auch heute einem Schlachtfeld.

Kreisrund bildete der Mehringplatz das Tor zur Berliner Innenstadt. Hier beginnt die berühmte, kilometerlange Friedrichstraße, der viele Motive unter dem Menüpunkt “Mitte” gewidmet sind. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Platz als „total zerstört“ eingestuft. In der völligen Zerstörung sahen Stadtplaner und Architekten wie Hans Sharoun auch Chancen zu völlig neuen Entwicklungen. Die Gestaltung des sozialen Lebensraumes als eine „bewohnbare Stadtlandschaft“ und „parkähnliche Grünlandschaft, in die sich die zum Block vereinten Wohnzellen hineinlagern“ war erklärtes Programm.

Hiervon blieb wenig, denn die stadtplanerischen Vorgaben änderten sich.  Der Platz sollte nun ein verdichtetes Wohngebiet im Rahmen der knappen Möglichkeiten des Sozialen Wohnungsbaus werden. Zur Abschirmung gegen die damals geplante Südtangente war die Randbebauung wie auch am Kotti besonders hoch ausgeführt. Bis heute umschließen zwei konzentrische Ringe von Wohngebäuden nahezu hermetisch die Ödnis der auf dem Platz befindlichen Dauerbaustelle.

Wie weit die Einstufung als “zerstört” trotz aller Bauplanungen bis heute gilt, muss jeder selbst entscheiden.

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Kottbusser Tor

Kottbusser Tor
Komplettes Motiv

 
 

Der Bahnhof ist ein eindrücklicher Beweis dafür, dass am Kotti nur die Veränderung Bestand hat. Rechtschreibreformen haben fünf „richtige“ Schreibweisen für den Bahnhof hervorgebracht: Cottbusserthor, Cottbusser Thor, Cottbuser Tor, Kottbuser Tor und Kottbusser Tor. Wobei die heutige Schreibweise ja eigentlich falsch ist.

Doch damit nicht genug, denn 1929 zog der ganze Bahnhof um etwa 100 Meter Richtung Westen, um bessere Umsteigemöglichkeiten zur neu entstandenen U-Bahnlinie D (heute U8) unterhalb des Platzes zu bieten. Im Motiv ist der ursprüngliche Platz des Bahnhofes wieder sichtbar gemacht.

Zentral im Bild finden sich die letzten erhaltenen Altbauten. Die aus heutiger Sicht monströs wirkenden Bauten des „NKZ“ dahinter hatten innerhalb der autogerechten Planung der 1960er Jahre durch aus Sinn. Sie sollten den Kotti zum riesenhaften Autobahnkreuz der geplanten Südtangente abschirmen, das am Oranienplatz geplant war.

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