Gneisenaustrasse
Die Gneisenaustraße wurde zwischen 1861 und 1864 angelegt. Sie ist Teil des sog. „Generalszuges“, der von Charlottenburg über Schöneberg bis Kreuzberg führt. Viele Motive von Gruss aus Berlin sind entlang dieser Achse entstanden. Namen wie Tauentzienstraße, Dennewitzplatz, Bülowstraße, Großbeerenstraße und eben Gneisenaustraße zeugen davon, wie systematisch Preußens Glanz und Gloria dem Volke beigebogen wurde.
Und auch heute herrscht hier eine gewisse Nüchternheit, während sich das multikulturelle Kiezleben in den Seitenstraßen abspielt. Die ungewöhnlich breite Straße mit parkähnlichem Mittelstreifen wird schlicht für einen langgestreckten Parkplatz genutzt. Und vielleicht ist diese Zweckmäßigkeit der Straße ja auch Abbild typisch preußischer Tugenden.
Read More »U-Bahnhof Bülowstraße
Preußische Geschichte und technische Ingenieursleistungen zeugen vom verblichenen Glanz der Ecke zur Potsdamer Straße. Wenig davon blieb erhalten.
Laut kaiserlicher Order von 1864 sollten neu angelegte Plätze und Straßen ruhmreiche Schlachten und tapfere Generäle ehren. So wurde mit dem 1902 eröffneten U-Bahnhof der preußische General Friedrich Wilhelm von Bülow geehrt. Der im Bildhintergrund gelegene Platz mit Lutherkirche heißt konsequenterweise nach dem Ort seiner ruhmreichen Schlacht gegen Napoleon Dennewitzplatz. Die Kirche wurde von der Hochbahn in einer „Pastorenkurve“ umfahren und sogar ein Mietshaus durchbrochen.
Die Bahnhofshalle wurde im 2. Welkrieg stark beschädigt und vereinfacht wieder aufgebaut. Aufgrund des Baus der Berliner Mauer ging der Verkehr auf der Hochbahnstrecke stark zurück. „Wer S-Bahn fährt, unterstützt den Kommunismus“, hieß es im Mauer-Berlin. Da mit der U-Bahn Linie 1 eine parallel führende Verbindung zum Gleisdreieck bestand, wurde der Bahnverkehr 1972 ganz eingestellt und der Bahnhof wurde als Türkischer Basar genutzt. Die darunter gelegene „Potse“ steht bis heute für Drogenhandel und Prostitution neben Dönerläden und Woolworth.
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