Mehringplatz
Wie viele Brüche verträgt eine Stadt? Der heutige Mehringplatz war bis 1945 nach der Schlacht von Waterloo benannt und gleich auch heute einem Schlachtfeld.
Kreisrund bildete der Mehringplatz das Tor zur Berliner Innenstadt. Hier beginnt die berühmte, kilometerlange Friedrichstraße, der viele Motive unter dem Menüpunkt “Mitte” gewidmet sind. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Platz als „total zerstört“ eingestuft. In der völligen Zerstörung sahen Stadtplaner und Architekten wie Hans Sharoun auch Chancen zu völlig neuen Entwicklungen. Die Gestaltung des sozialen Lebensraumes als eine „bewohnbare Stadtlandschaft“ und „parkähnliche Grünlandschaft, in die sich die zum Block vereinten Wohnzellen hineinlagern“ war erklärtes Programm.
Hiervon blieb wenig, denn die stadtplanerischen Vorgaben änderten sich. Der Platz sollte nun ein verdichtetes Wohngebiet im Rahmen der knappen Möglichkeiten des Sozialen Wohnungsbaus werden. Zur Abschirmung gegen die damals geplante Südtangente war die Randbebauung wie auch am Kotti besonders hoch ausgeführt. Bis heute umschließen zwei konzentrische Ringe von Wohngebäuden nahezu hermetisch die Ödnis der auf dem Platz befindlichen Dauerbaustelle.
Wie weit die Einstufung als “zerstört” trotz aller Bauplanungen bis heute gilt, muss jeder selbst entscheiden.
Read More »Hallesches Tor
Anstelle des ursprünglichen Stadttores wurden bis 1879 repräsentative Wohn- und Geschäftshäuser und die Belle-Alliance-Brücke als repräsentativer Eingang in die Berliner Innenstadt errichtet. Die Anlage war mit vier Figurengruppen geschmückt, die Handel und Verkehr thematisierten. Nach schwerer Kriegsbeschädigung wurden zwei Figurengruppen wieder aufgestellt.
1922-23 wurde der Bahnhof zum Umsteigebahnhof zur neu errichteten Nord-Südbahn. Für die hohe Zahl umsteigender Fahrgäste waren die Bahnsteige zu schmal. Daher erfolgte 1935 ein völliger Umbau, bei dem die Bahnsteighalle zu beiden Seiten Auskragungen erhielt, wodurch die Bahnsteige die fast doppelte Breite erhielten. Das massive Volumen unterscheidet den Bahnhof bis heute von der Mehrzahl der „schlankeren“ Hochbahnhöfe der Linie 1.
Das beschriebene Ensemble aus Bahnhof und Brücke als „Tor“ zur Innenstadt ist bis heute wenig einladend. Hierzu trägt auch die Architektur des Mehringplatzes bei, die den Blick nicht zur Innenstadt öffnet, sondern abschirmt. Hierzu finden sich beim Motiv „Mehringplatz“ zusätzliche Details.
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